Vorteile und Nachteile eines Magenbypasses: Teil 1

Ein Magenbypass bringt einige Vorteile aber auch Nachteile. Ich bin nun 8 Monate operiert und durfte beides bereits feststellen.

In diesem Beitrag werde ich über die Vorteile berichten, die es gibt und welche ich bei mir persönlich festgestellt habe.

Schmerzen verschwinden

Da ich nun, innerhalb von 7 Monaten, knapp 34 Kilo abgenommen habe, sind einige meiner Schmerzen verschwunden oder sehr viel weniger schlimm.

Die Schmerzen durch meine Fersensporne ( schreibt man das so?), sind so gut wie weg. Vor knapp zwei Jahren diagnostizierte mir mein Hausarzt einen Fersensporn in beiden Füssen. Ich hatte schon lange sehr starke Fussschmerzen beim Gehen und Stehen und hatte mir fast schon gedacht, dass es ein Fersensporn ist. Meine Schmerzen wurden trotz Faszienrolle und Dehnübungen immer schlimmer, so dass ich zeitweise am Abend nur noch die Füsse hochlegen konnte und meinen Mann mit dem Hund auf die Gassirunde schicken musste.

Ein Fersensporn hat verschiedene Ursachen. Eine davon ist Übergewicht. Nun, da ich 34 Kilo leichter bin, sind die Schmerzen in den Füssen so gut wie weg. Ab und an merke ich den Fersensporn noch, aber ich kann wieder lange laufen und stehen. Auch Städtereisen sind wieder möglich.

Schnelle Erfolge

Ein weiterer Vorteil des Magenbypasses, oder sonstiger Magenverkleinerungsoperationen, ist die schnelle Abnahme. Was allerdings auch wieder ein Nachteil sein kann, aber dazu mehr in Teil 2.

In den ersten zwei Wochen nach meiner Operation habe ich knapp 9 Kilo verloren. Natürlich ist da haufenweise Wasser und auch Muskelmasse weggegangen, aber es war einfach toll diese Zahl auf der Waage zu sehen. Und es ging kontinuierlich weiter runter.

Wenn ich mir meinen Abnehmverlauf anschaue, hatte ich in 8 Monaten nur drei Wochen dabei, in denen die Zahl auf der Waage um ein paar hundert Gramm nach oben statt nach unten ging. Meine durchschnittliche wöchentliche Abnahme betrug 1 Kilo. Ich schreibe dies in der Vergangenheitsform, weil meine Abnahme fertig ist und ich mein Wunschgewicht am 01.09.2019 erreicht habe.

Durch die schnelle und andauernde Abnahme kam ich nie an einen Punkt, an dem ich irgendwie frustriert war, so wie es mir immer bei allen Abnehmversuchen davor erging. Es flutschte einfach ohne grosse Anstrengung. Viele sagen, wir, die sich für eine Magen-Op entschieden haben, hätten den einfachen Weg gewählt weil wir zu faul sind selbst abzunehmen. Dazu habe ich einen Beitrag geschrieben, Magenoperation – Abnehmen auf die leichte Art?, und will hier nicht näher drauf eingehen.

Des Kaisers neue Kleider

Nachdem ich, in relativ kurzer Zeit, viel abgenommen habe, machte sich das natürlich auch bei meinen Klamotten bemerkbar. Einige Sachen, die ich acht Wochen zuvor noch getragen habe, konnte ich beim besten Willen nicht mehr zur Arbeit anziehen. Ich sah teilweise aus, als hätte ich in der Altkleidersammlung gewühlt, so viel zu gross waren meine Hosen und Pullover.

Dann habe ich versucht etwas zu tricksen und mir einfach einen Gürtel um die Taille gebunden. Ich konnte ja nicht schon losziehen und neue Kleider kaufen. Die wären ja in vier Wochen schon wieder zu gross. Also habe ich versucht, das Einkaufen so lange wie möglich hinaus zu zögern. Was auch wieder Vorteile bringt, ich habe ziemlich viel Geld gespart in der Anfangszeit.

Nach 3 Monaten ging es allerdings nicht mehr anders und ich habe mich mit neuen Sachen eingedeckt. Als ich den ersten Pullover in Grösse 40 anprobiert habe und er gepasst hat wie angegossen, stand ich in der Umkleidekabine und habe angefangen zu flennen. Wirklich! Grösse 40! Ich habe keine Ahnung wann ich zuletzt diese Kleidergrösse hatte.

Und plötzlich macht Klamotten-Shoppen Spass. Und ich muss aufpassen, dass ich nicht zu viel shoppe. Weil mir jetzt alles passt und ich in jedem Laden einkaufen kann, ist die Gefahr gross, dass ich mein Budget sprenge.

Jetzt trage ich Grösse 36/38 und hätte nie gedacht, dass ich jemals solche Kleidergrössen in meinem Schrank hängen habe. Ich konnte sogar letztens einen Pullover in 34 kaufen, allerdings viel der einfach etwas grösser aus.

Mehr Ausdauer und Selbstsicherheit

Mein Hund wiegt knapp 10 Kilo und wenn ich mir vorstelle, ich müsste ihn den ganzen Tag mit mir rumtragen und das mal drei, puh. Dass ich mal so viel Gewicht getragen habe, und das von morgens bis abends ist irgendwie jetzt unvorstellbar. Die Vorteile eines Magenbypasses sind nicht nur schnelle Gewichtsreduktion und kleinere Kleidergrössen.

Dadurch, dass ich meinen Hund dreimal abgenommen habe, habe ich auch viel mehr Ausdauer. Ich komme nicht mehr so schnell aus der Puste und mein Herz pumpt nicht wie verrückt wenn ich einen Hang hinauf laufe.

Was das Selbstbewusstsein angeht, davon hatte ich eigentlich nie zu wenig. Allerdings stelle ich fest, dass ich sogar noch selbstbewusster geworden bin, (Was ich mir bei meinem Ego gar nicht vorstellen konnte).

Früher habe ich immer nur schwarz, dunkelblau und grau getragen um meine Speckrollen und meinen Bauch, so gut es geht, zu kaschieren. Heute trage ich am liebsten helle Farben und, wenn möglich, sollte es auch schön eng anliegen. Ich will ja schliesslich meine neue, tolle Figur zeigen. Auch Kleider und Röcke trage ich nun viel lieber und fühle mich richtig wohl. Und wenn mich jemand anstarrt, denke ich nicht mehr, dass derjenige vielleicht denkt ich sei zu dick. Vielmehr habe ich den Eindruck, dass derjenige nur denkt wie gut ich aussehe.

Öfter mal was Neues…

Seit der Operation habe ich auch einen anderen Geschmack entwickelt. Dinge die mir früher geschmeckt haben, mag ich nicht mehr so gerne und andersrum. Zum Beispiel habe ich Äpfel gehasst. Jetzt esse ich fast jeden zweiten Tag einen. Auch Zucchini war so ein Gemüse, welches ich wirklich nicht gern hatte. Jetzt esse ich Zucchini sehr gerne, in allen Formen und Varianten.

Fanta, Cola und alle zuckerhaltigen Getränke mochte ich früher sehr gern, auch wenn ich weitestgehend darauf verzichtet und stattdessen immer die light-Version genommen habe (ich wollte ja nicht noch dicker werden). Heute mag ich zuckerhaltige Getränke nicht mehr. Ich trinke immer noch die light Varianten, da ich diese als nicht ganz so süss empfinde.

Man schätzt sich wieder mehr

Vor meiner Operation bin ich meistens komplett ungeschminkt auf die Arbeit gegangen. Ich dachte mir einfach, naja, Schminke hilft da auch nicht mehr. Was ein Blödsinn, aber so war es.

Jetzt ist es so, dass ich viel mehr auf mich achte und mich einfach viel wohler in meiner Haut fühle. Ich schminke mich viel lieber oder „brezel mich auf“, wie man so schön sagt. Es macht einfach Spass, ein tolles Make up zu schminken, passend zum Outfit. Die passende Handtasche und Schuhe dazu und noch Schmuck der auf meinen Nagellack angestimmt ist.

Das sind natürlich alles nur oberflächliche Dinge und es gibt viel Wichtigeres, aber ich habe einfach Freude daran.

Früher habe ich einfach eine Leggings und einen Pullover angezogen und war fertig für die Arbeit. Hauptsache es war bequem und man hat keine Speckrollen gesehen. Heute macht es mir wieder Spass morgens in meinem Ankleidezimmer zu stehen und Outfits aus zu probieren. Und da ich immer Freude an Make up hatte, probiere ich jetzt auch immer mal neue Looks aus.

Natürlich gehe ich trotzdem noch ungeschminkt aus dem Haus. Ich finde mich nicht hässlich ohne Make up, nur mit macht es einfach mehr Spass.

In meinem nächsten Beitrag berichte ich über die Nachteile des Magenbypasses. Ja, die gibt es leider auch.

Ich hoffe, dieser Beitrag über die Vorteile einer Magen-OP hat dir Spass gemacht.

Liebe Grüsse,

Jessi

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