10 Wochen mit Magenbypass

Heute habe ich seit ca. 10 Wochen einen Magenbypass. Du willst sicher wissen wie es mir geht, ob es viele Veränderungen in meinem Leben gibt und ob ich Essen noch richtig geniessen kann.

Tatsächlich merke ich es nicht mehr all zu oft, dass an meinem Magen rumgeschnippelt wurde. Manchmal vergesse ich es sogar komplett. Ausser beim Essen, da denke ich immer daran. Ich möchte ja kein Dumping riskieren.

Nach der Operation war ich vier Wochen krank geschrieben und sollte mich zu Hause erholen und meine neuen Essgewohnheiten kennenlernen. In der ersten Wochen durfte ich nur breiige Nahrung zu mir nehmen und sollte danach langsam anfangen mit fester Nahrung. Erstaunlicherweise ging es mir, bis auf ein paar Schmerzen der OP Narben, sehr gut. Hunger hatte ich so gut wie nie und Gelüste blieben auch aus.

Jetzt, nach 10 Wochen mit neuem Magen, kann ich alles Essen und trinken. Kohlensäure ist kein Problem mehr für mich und auch Rohkost und scharfes Essen vertrage ich sehr gut. Alkohol habe ich auch schon ausprobiert und musste feststellen, dass ich nicht, wie gedacht, nach einem Glas betrunken bin. Ich schiebe es einfach mal auf meine italienischen Gene 😉

Das Einzige, was ich nicht vertrage, ist „al dente“ gekochter Reis. Dazu habe ich bereits in meinem Dumping Beitrag etwas geschrieben.

Essen ist Genuss.

Im Vorfeld der OP, haben sich sehr viele Leute in meinem Umfeld gesorgt, dass mir Essen ja gar keinen Spass mehr macht, wenn ich nur „drei Gabeln“ schaffe und Restaurantbesuche dann auch keinen Sinn mehr machen würden. Ein Glas Wein zum Essen trinken geht nicht mehr, nach ein paar Bissen aufhören weil ich satt bin, den anderen beim Essen zuschauen und und und. Das waren alles Themen, die die Leute beschäftigt haben. Komischerweise nicht mich.

Freude am Essen bedeutet für mich nicht, so viel wie möglich in mich rein zu schaufeln und nur dadurch befriedigt zu sein. Ich habe mir, gefühlt, schon immer gewünscht, nicht so viel Essen zu können, also schnell satt zu sein. Wenn man satt ist, stört es einen doch nicht, wenn sich der Tischnachbar noch ein weiteres Mal am Buffet bedient. Man sitzt nicht da und denkt, „hach, wär ich doch nur noch nicht satt, dann könnte ich noch weiter essen.“ Warum also sollte es mir so gehen? Nur weil ich deutlich weniger essen kann? Ich bin doch dann satt und zufrieden. Genauso wie jemand mit einer normalen Magengrösse.

Ich kann von allem Essen und bin nicht eingeschränkt, (na gut, den Reis lasse ich einfach weg, aber das stört mich kein bisschen). Wieso sollte ich also weniger Genuss oder Freude am Essen haben als andere?

Veränderungen

Es gibt einige Veränderungen in meinem Leben. Ganz abgesehen von den offensichtlichen (ich habe bisher 19 Kilo abgenommen und muss bereits neue Kleidung kaufen…juhuu), gibt es auch noch die schleichenden und kleinen Veränderungen.

Mir geht es gut, wenn ich morgens einfach einen Quark esse um meinen Eiweisshaushalt aufzustocken. Vor der OP war es mir ein Gräuel, zum Frühstück einen Quark zu essen, statt eines Croissants oder Sandwiches. Ich war schon schlecht gelaunt bei dem Gedanken daran, obwohl ich wusste, dass es gesünder und meiner Figur zuträglicher wäre.

Bei einigen meiner früheren Diäten, habe ich, ab und zu, eine Mahlzeit mit einem Eiweissshake ersetzt. Ich war schon morgens schlecht gelaunt, weil ich wusste, dass ich zum Mittag keine Pasta essen darf, sondern so einen blöden Eiweissshake trinken muss. Heute, mit Magenbypass, mache ich mir darüber keine Gedanken mehr. Es ist für mich selbstverständlich, manchmal einen Shake zu trinken, statt etwas festes zu essen. Und ich bin deswegen auch überhaupt nicht mehr mies gelaunt.

Essen bestimmt nicht mehr meinen Tagesablauf. Hierzu werde ich einen eigenen Beitrag schreiben, da dieses Thema, für mich, eine zentrale Rolle gespielt hat.

I´m so happy

Ich bin seit der Operation viel gelassener und glücklicher. Ich muss mir weniger Gedanken um Essen machen, als all die Jahre zuvor und kann mein Leben viel mehr geniessen.

Ich kann niemandem von der OP abraten, aber auch nicht dazu raten sie machen zu lassen, da es bei jedem anders sein kann und dies nur mein Erfahrungsbericht ist. Jeder muss für sich entscheiden, ob dies der richtige Weg ist. Meiner ist es und ich bin froh, dass ich es gemacht habe. Ich bereue nichts!

Liebe Grüsse,

Jessi

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