Ernährungsberatung Vorbereitung Nr. 7

Ernährungsberatung vor der OP?

19.12.2018

Der letzte Termin vor dem Abschlussgespräch mit meinem Chirurgen stand an. Die Ernährungsberatung.

Nachdem ich morgens bei der Ultraschall Untersuchung war, bin ich am Mittag zur Ernährungsberatung in die Praxis meines Arztes gefahren. Mein Arzt hat mir zwar schon bei unserem Erstgespräch gesagt, dass dieser Termin, bei der Ernährungsberaterin dazu dient, die Ernährungsweise nach der OP zu besprechen. Ich hatte jedoch trotzdem etwas Bammel. Wird sie mir Vorhaltungen machen, wie so viele andere? Wird sie mir sagen, dass ich auch ohne OP abnehmen kann?

Tatsächlich war sie überaus nett und verständnisvoll. Sie wollte zuerst einmal von mir wissen, wie meine Ernährung aktuell aussieht. Welche Lebensmittel ich gerne esse und ob ich viel Süsskram oder Snacks esse. Danach hat sie mit mir angeschaut, wie meine Ernährung nach der Operation aussehen wird. j

Langsamer Kostaufbau

Zuerst findet ein langsamer Kostaufbau statt. Im Krankenhaus werde ich die ersten Tage nur Wasser und Tee zu mir nehmen. Danach folgt dann eine Phase, in der ich nur breiige Kost essen darf. Diese Breiphase geht ca. eine Woche und beinhaltet Birchermüsli (im Mixer püriert), Joghurt, Kompott, Kartoffelbrei und püriertes Gemüse. Eigentlich kann man alles pürieren worauf man Lust hat. Beim Gemüse muss ich allerdings auf die nicht blähenden Sorten zurückgreifen.

Weich und faserarm

Nach der Breiphase darf ich schon auf weiche und faserarme Kost umsteigen. Hier soll ich mich an gehacktes oder geschnetzeltes Fleisch und Fischfilet halten. Auch Eierspeisen, Tofu sowie Milch, Joghurt, Quark und Käse kann ich als Eiweisslieferant wählen. Bei den Beilagen sollte ich darauf achten, dass alles sehr weich gekocht ist. Faseriges Gemüse wie Fenchel, Spargel, Tomaten(haut), Auberginen sowie schwer verdauliches wie Paprika, Lauch und verschiedene Kohlsorten soll ich meiden. Rohkost, Blattsalate und Vollkornprodukte soll ich erst ab ca. 5 Wochen nach der OP in meinen Speiseplan einbauen.

Auch von Steinobst (Aprikosen, Pfirsiche, Pflaumen, Zwetschgen) und Dörrobst soll ich lieber erst mal die Finger lassen, da dieses Obst bläht.

Normal ab der 3. Woche

Ab der dritten Woche soll ich langsam eine normale und ausgewogene Ernährung beginnen. Auch soll ich hier schon festere Lebensmittel einbauen, wie Nüsse oder Brotkruste. Etwa 4 Wochen nach der Operation darf ich Rohkost und Blattsalate ausprobieren. Ab diesem Zeitpunkt sollte ich Schritt für Schritt wieder alles essen können.

Eiweiss, Eiweiss, Eiweiss…

Die Ernährungsberaterin hat mir, während unseres Gesprächs, mehrmals gesagt, wie wichtig die Eiweissaufnahme ist. Zuerst soll ich die Eiweissquelle auf meinem Teller essen, danach das Gemüse und erst zuletzt die Kohlenhydrate. Um einen raschen Muskelabbau zu vermeiden, sollte man eine gewisse Menge Eiweiss am Tag zu sich nehmen. Hierfür gibt es eine einfache Faustformel, 1g Eiweiss pro Kilo NORMALGEWICHT. Hier ein Beispiel von mir: Ich bin 1,62 cm klein und mein Normalgewicht wäre 62 Kilo. Also muss ich täglich 62 Gramm Eiweiss zu mir nehmen. Das klingt eigentlich nicht viel. Bedenkt man jedoch, dass ein Ei nur ca. 6g Eiweiss liefert und kurz nach der OP nicht viel mehr als der Inhalt einer Espressotasse in meinen Magen passt, wird es schon schwieriger.

Viel trinken, kaum Zucker, langsam essen

Für die Mahlzeiten soll ich genug Zeit einplanen und gut kauen. Wenn ich zu grosse Stücke schlucke, kann dies Schmerzen verursachen. Ausserdem soll ich mich auf 3 Mahlzeiten am Tag beschränken und Zwischenmahlzeiten nur einbauen, wenn ich wirklich Hunger habe. Die Trinkmenge soll bei mindestens 1,5 Liter am Tag liegen. Wasser, Tee und Bouillon sollten die Getränke der Wahl sein. Auf Kohlensäurehaltige Getränke soll ich verzichten, da die Kohlensäure Schmerzen verursachen kann. Auch Zucker soll ich natürlich meiden und wenn möglich komplett weglassen, nicht nur die ersten paar Wochen, sondern auch die Jahre danach. Gerade durch zuckerhaltige Getränke ist das Risiko eines Dumpings (zu schneller Übertritt der Nahrung in den Dünndarm) und einer Gewichtszunahme sehr hoch.

Gewappnet für die OP

Nach dem Gespräch bei der Ernährungsberatung fühle ich mich gut vorbereitet für die Zeit nach der OP. Ich habe ein Handout von der Ernährungsberaterin bekommen, in welchem alles genau drin steht, was wir besprochen haben. Ausserdem wird im Krankenhaus, nach der Operation, noch einmal eine Ernährungsberaterin zu mir kommen, um mit mir alles erneut durch zu sprechen. So bin ich auf der sicheren Seite und weiss, wie ich mich verhalten muss.

Ich bin gespannt wie alles funktionieren wird. In meinem nächsten Beitrag kannst du lesen, was beim Abschlussgespräch besprochen wurde.

Liebe Grüsse,

Jessi

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